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Was macht ein Product Owner bei Tudock?

Was sind ganz allgemein die Aufgaben eines Product Owners?

Beim Product Owner handelt es sich in der agilen Entwicklung nach Scrum um eine Schnittstellenfunktion: Er (oder sie) vertritt die Ziele der Stakeholder und die hieraus resultierenden Anforderungen an das Produkt gegenüber dem Entwicklungsteam. Er trägt somit die Verantwortung für die Qualität und kontinuierliche Wertmaximierung des von ihm betreuten Produkts. Zu seinen Hauptaufgaben zählt das Anforderungsmanagement. Der Product Owner stimmt mit den Stakeholdern laufend die Anforderungen an das Produkt ab und überträgt diese in Tickets, wobei das Produkt beispielsweise ein Onlineshop auf Basis von Magento ist. Der PO sammelt und, ganz wichtig, priorisiert die Anforderungen dann im Product Backlog, wodurch er bestimmt, was vom Entwicklungsteam wann bearbeitet werden muss.

Das Backlog ist ein lebendes Dokument, welches fortlaufend aktualisiert wird. Zu Beginn hält der PO die Ziele und Anforderungen eher als Thema, Initiative oder Epic fest. Die hoch priorisierten Einträge verfeinert er dann zu User Stories, also zu Anforderungen, die aus Nutzersicht formuliert und deutlich kleinteiliger sind.

Die Umsetzung der Anforderungen erfolgt durch das Entwicklungsteam in kurzen Iterationen, den sogenannten Sprints. Für jeden Sprint formuliert der PO das Sprintziel, erklärt dem Team die Hintergründe für das Ziel und verhandelt mit dem Team den konkreten Sprintumfang. Während des Sprints kontrolliert der PO den Entwicklungsfortschritt und ob die Anforderungen vollständig erfüllt sind: Er nimmt die Tickets des Sprints ab oder kennzeichnet sie als unfertig. Der PO entscheidet im Rahmen der Release-Planung auch darüber, wann und gegebenenfalls in welcher Kombination die im Sprint fertig gestellten Produktinkremente welchen Nutzern zugänglich gemacht werden. Nicht nur im Falle von Continuous Delivery können mehrere Releases innerhalb eines Sprints erfolgen – oder ein Release umfasst genau einen oder gleich mehrere Sprints.

Im Zusammenhang mit der Sprint- und Releaseplanung sind auch die Kapazitätsplanung sowie das Verwalten des Projektbudgets wichtige Aufgaben des Product Owners. Zusammengefasst kümmert sich ein Product Owner darum, dass das von ihm verantwortete Produkt im Interesse der Stakeholder (weiter-)entwickelt wird. Wichtige Faktoren hierfür sind Zeit, Scope, Budget und Qualität.

Welche Qualifikationen sind für die Rolle als Product Owner wichtig?

Das hängt davon ab, für welche Art von Produkt der Product Owner die Verantwortung übernimmt. Generell wichtig ist aber eine hohe Kommunikationskompetenz (bei Tudock in Deutsch und Englisch), schließlich muss der PO als Schnittstelle zwischen Entwicklung und Stakeholder viel kommunizieren, Anforderungen klar und präzise formulieren und seine Produktvision überzeugend mitteilen können. Außerdem sollte sie/er die Kompetenz besitzen, Konflikte und Probleme zu lösen, zügig sinnvolle Entscheidungen zu treffen und über ein gewisses Verhandlungsgeschick verfügen. Dazu kommen Belastbarkeit und Stressresistenz, da es gerade vor anstehenden Deadlines mitunter etwas turbulenter zugeht.

Auch wenn der Product Owner nicht für einen Dienstleister arbeitet, sondern ein unternehmenseigenes Produkt verantwortet, ist die Motivation kundenorientiert zu handeln Voraussetzung. Schließlich geht es darum, die Interessen und Ziele der Stakeholder zu vertreten, die auch mal den eigenen Vorstellungen entgegenstehen können. Kundenorientiert heißt aber auch, stets die Bedürfnisse der Software-Anwender im Blick zu haben – idealerweise wird mit jedem Sprint eine Wertmaximierung der Software erreicht, also ein Zugewinn an Funktionalität und/oder Usability.

Da der Product Owner eine Rolle in der agilen Entwicklung nach Scrum ist, sollte sie/er natürlich die entsprechenden Prinzipien und Methoden des agilen Projektmanagements kennen und anwenden können, insbesondere Methoden des  Anforderungsmanagements (z.B. Story Mapping) und Backlog Refinements.

Zu den branchenspezifischen Qualifikationen, die ein Product Owner bei Tudock benötigt, zählen definitiv sehr gute Kenntnisse der Herausforderungen und Lösungen im E-Commerce inklusive ihrer Implementierung, also Knowhow zu den von uns empfohlenen Produkten, zu Schnittstellen und Datenflüssen sowie überhaupt ein gutes technisches Verständnis. Schließlich sind Kenntnisse in Business Intelligence, in der Webanalyse und auch SEO hilfreich.

Agiles Arbeiten bei Tudock

Was macht die Product Owner Rolle bei Tudock besonders?

Wir entwickeln, optimieren und warten die E-Commerce-Anwendungen unserer Kunden. Der Product Owner vertritt also kein Inhouse-Produkt. Die erste Besonderheit gegenüber ‘klassischem’ Scrum ist daher, dass die Product Owner bei Tudock vorwiegend die Anforderungen externer statt interner Stakeholder vertreten, nämlich die Anforderungen unserer Kunden. Auch wenn wir unsere Kunden als Teil des Teams betrachten, sehr transparent agieren, uns gegenseitig vertrauen und  gemeinsam am Projekterfolg arbeiten, ist das Verhältnis zwischen Dienstleister und Kunde natürlich ein anderes als zwischen KollegInnen. Die Beratung unseres Kunden ist in der Rolle des Product Owner bei Tudock ein elementarer Bestandteil.
Der zweite Hauptunterschied besteht darin, dass ein Product Owner und sein Entwicklungsteam bei Tudock mehrere Kunden und damit auch mehrere digitale Produkte (z.B. Shops) parallel betreut, also verschiedene Shops in einem Sprint supportet und weiterentwickelt werden. Der PO muss daher nicht nur die Anforderungen innerhalb eines Projekts, sondern diese auch projektübergreifend priorisieren. Das kann bei anstehenden Major-Releases, kritischen Bugs oder Ereignissen, die alle Händler gleichzeitig betreffen, zu einer ziemlichen Herausforderung werden, sorgt aber auch für viel Abwechslung im Job. Außerdem ist es für den PO schwieriger, ein projektübergreifendes Sprintziel zu formulieren und den Wertzuwachs für die einzelnen Produkte zu bemessen: In unseren 14-tägigen Sprints stehen zwangsläufig weniger Kapazitäten für den Wertzuwachs pro Shop zur Verfügung als in einem Ein-Projekt-Team. Eine Releaseplanung ist dadurch etwas komplizierter. Hinzu kommt, dass wir für unsere Kunden nicht nur die Weiterentwicklung ihrer Anwendungen übernehmen, sondern auch viel Support leisten, wodurch die Wertmaximierung durch den jeweiligen Sprint nicht so klar zutage tritt.

Schließlich gibt es auch größere organisatorische  Herausforderungen: Wie lassen sich Reviews mit allen Stakeholdern aus allen Projekten in einem sinnvollen Rahmen durchführen? Wie kann das Projektknowhow gleichmäßig über das gesamte Team verteilt werden, ohne den/die Einzelne durch einen ständigen Wechsel zwischen den Projekten mit ihren technischen und inhaltlichen Besonderheiten zu überfordern?

Diese Herausforderungen sollte man also mögen, wenn man als Product Owner bei Tudock arbeiten möchte – und sie sind eine tolle Chance für die berufliche Weiterentwicklung! Die Arbeit im Multiprojektumfeld bietet viel Abwechslung, spannende Aufgaben und auch Synergieeffekte: Was ich in Projekt A gelernt habe, bringt vielleicht auch Projekt B voran. Fest steht, dass man bei uns viel Verantwortung übernehmen und dabei viel lernen und bewegen kann – mit Unterstützung durch ein tolles Team.

Was macht ein Senior Product Owner bei Tudock?
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Wie lässt sich Magento 2 am besten erlernen?

Voraussetzungen für den Einstieg in Magento 2

Gute Kenntnisse in:

  • LAMP (Linux, Apache, MySQL, PHP 5+)
  • OOP
  • MVC, Zend
  • JavaScript, Knockout.js, RequireJS
  • HTML, XML, CSS/CSS Post-Processing, LESS, Responsive Webdesign
  • Symfony*
  • Magento 1**

* Symfony ist für den Einstieg nicht notwendig, hilft aber, die Konzepte von Magento 2 zu verstehen, wenn man noch wenig Erfahrung mit MVC hat.

** Magento 1-Erfahrung ist nützlich und hinderlich zugleich: Einerseits ist einem vieles in Magento 2 bereits vertraut, so dass der Einstieg meist schneller gelingt. Andererseits verwendet Magento 2 neue Konzepte und Prozesse, alte Praktiken funktionieren nicht mehr (was verwirrend sein kann) oder diese stellen die schlechtere Lösung dar.

Die Vorgehensweise: Einfach loslegen!

Wir empfehlen zur Einarbeitung in Magento  2 den Ansatz „learning by doing“ – idealerweise in einem echten Projekt mit Unterstützung durch einen bereits in Magento 2 versierten Entwickler. Alternativ kann man auch mit einem Übungsprojekt starten. Ungünstig ist es, einen Kurs zu absolvieren und dann das Gelernte nicht sofort anzuwenden, da die Gefahr des Vergessens zu groß ist. Herausfordernd ist es zudem, wenn Entwickler oft zwischen Magento 2- und Magento 1-Projekten wechseln müssen (gerade der „Rückschritt“ gilt als schwierig und wird als Motivationsbremse empfunden).

Erste Schritte für die Einarbeitung in Magento 2:

  • Lesen der Magento 2 Developer Documentation
  • Installation von Magento 2
  • Installation eines Moduls
  • Entwicklung eines Magento 2-Moduls
  • Entwicklung von Integration und Unit Tests
  • Entwicklung eines Frontend-Themes
  • Aufsetzen von Coding Guidelines und Review-Prozessen

Wenn das erste Magento 2-Projekt noch auf sich warten lässt, ist es hilfreich, bereits unter Magento 1 Vorgehensweisen zu nutzen, die in Magento 2 wichtig werden (beispielsweise die Installation von Modulen über Composer). 

Ressourcen für den Einstieg

Magento 2 ist ein ausgesprochen gut dokumentiertes Shopsystem. Magento selbst stellt u.a. folgende Ressourcen für den Einstieg in Magento 2 bereit:

* Die Fundamentals-Schulung, wenn möglich, mit Unterstützung durch einen erfahrenen M2-Entwickler absolvieren, da der Kurs nicht unbedingt dem aktuellen Entwicklungsstand von Magento 2 Rechnung trägt.

** Abschluss: Recognized Magento 2 Fundamentals Developer

Um sich mit dem System anfänglich vertraut zu machen, können auch Kurse bzw. Schulungsunterlagen weiterhelfen, die sich an Magento-Anwender richten. Da es bisher noch keine Magento 2-Developer-Zertifizierung gibt, ist der Titel „Magento 2 Certified Solution Specialist“ auch unter Entwicklern verbreitet. Nähere Infos zum Status der Developer Certification werden auf der Imagine 2018 im April erwartet.

Neben den bereits genannten Ressourcen bietet die Community reichlich Unterstützung:

Bücher haben das Problem, dass sie sehr schnell veralten. Online-Materialien sind daher oft die bessere Wahl (Tipp: Suche zeitlich begrenzen). Natürlich sollte man auch Online-Ressourcen kritisch betrachten und sich selbst engagieren, um diese aktuell zu halten (insbesondere die Developer Documentation).

Erfahrene Magento 2-Entwickler treffen

Um sich fortzubilden, ist auch ein persönlicher Austausch mit anderen Magento 2-Entwicklern wertvoll. Das ist unter anderem hier möglich:

  • Magento 2 Hackathons (z.B. von Firegento)
  • Magento Konferenzen (z.B.MageTitans, UnConference, Meet Magento, Imagine)
  • Magento Stammtische/Magento Meetups
  • Magento 2 Trainings (z.B. von Vinai Kopp, Andreas von Studnitz)
  • lokale Usergroups (z.B. für PHP)

Wir danken allen Stammtisch-Teilnehmern für die Diskussion und Erweiterung der von uns im Vorfeld zusammengestellten Liste.

Ihr habt weitere Tipps zum Einstieg in Magento 2? Gute oder schlechte Erfahrungen mit den hier aufgelisteten Ressourcen gesammelt? Lasst es uns wissen, damit wir die Liste ergänzen können!

Q+A zum Einstieg in Magento 2 auf dem 39. Magento Stammtisch Hamburg am 24.01.2018 bei Tudock