JOOMLA!

Joomla!

Ein "einfaches CMS" als Alternative zu TYPO3?

Anhänger von Joomla! sprechen von Ihrem Favoriten gern als "weltweit beliebtestes Content Management System". Denn zahlreiche Downloads und Installationen geben Zeugnis für die Popularität des als besonders benutzerfreundlich geltenden CMS.

Joomla! ist 2005 als konsequentes Open Source Produkt aus dem bereits recht bekannten CMS Mambo hervorgegangen. 2008 erfolgte mit der Version 1.5 die Neuausrichtung des Systems in einer eigenständigen, vom Mambo-Programmcode gelösten Entwicklungslinie. Das Web Content Management System Joomla! kann auch als Framework für die Entwicklung von Webapplikationen genutzt werden.

Joomla! ist kostenlos verfügbar und wird international von einer großen Anwendergemeinde eingesetzt, die vom Hobbyisten bis hin zum Großunternehmer reicht. Die Software eignet sich auch für die Verwaltung von Seiten mit 'user generated content' und wird deswegen manchmal auch als Community CMS bezeichnet.

Die Stärken von Joomla!

Als browserbasierte Anwendung ist Joomla! plattformunabhängig nutzbar. Wie bei modernen Content Management Systemen üblich speichert auch Joomla! Inhalte und Layout getrennt. Die Designvorgaben sind in speziellen Vorlagen (Templates) festgehalten, die sich auf ausgewählte oder alle Bereiche der Website übertragen lassen. Der modulare Aufbau des CMS ermöglicht eine auf den jeweiligen Anwendungszweck zugeschnittene Installation, wobei das Basispaket bereits grundsätzliche Funktionen auch für größere Web-Projekte bereitstellt. Die Pflege einer Joomla!-Website durch Administratoren und Redakteure erfolgt aufgabenorientiert mithilfe verschiedener 'Manager', als da wären:

  • der Artikel-Manager (Verwaltung bestehender Website-Inhalte)
  • der Kategorien-Manager (Verwaltung von Haupt- und Unterkategorien zur strukturierten Inhaltsspeicherung)
  • der Media-Manager (Speicherung und Verwaltung multimedialer Inhalte)
  • der Menü-Manager (Aufbau und Pflege aller Website-Menüs)
  • der Benutzer-Manager (Benutzerverwaltung)
  • der Sprach-Manager (Verwaltung der installierten Front- und Backendsprachen inklusive Lokalisierungsdaten)
  • der Template-Manager (Verwaltung aller installierten Design-Vorlagen)

Der Joomla!-Kern bietet für das Erstellen und Pflegen von Inhalten moderne Content Management-Funktionen wie Frontend-Editing, zeitgesteuertes Veröffentlichen und Archivieren. Integrierte Statistiken führen auf der Backend-Übersicht die beliebtesten und neuesten Artikel auf. Zu löschende Objekte werden zunächst in den Papierkorb verschoben – Nutzer können diese später endgültig entfernen oder wiederherstellen. Die Erzeugung von sprechenden URLs ist für Joomla! eine Selbstverständlichkeit und die Nutzung von Caching-Mechanismen sorgt für eine schnelle Seitenausgabe. Die Authentifizierung (Login) ist standardmäßig per LDAP, OpenID und Gmail möglich. Die Übersicht der zentralen Backend-Funktionen (Manager) wird durch ein integriertes Postfach, die persönlichen Nutzereinstellungen und eine Zusammenfassung der globalen Konfiguration abgerundet.

Zusätzliche Funktionen wie eine Frontend-Vorschau für die Artikelbearbeitung, Versionierung und als Workflow festzulegende Arbeitsabläufe können per Erweiterung zur Standardinstallation hinzugefügt werden.

Joomla! Erweiterungen: Komponenten, Module und Plugins

Eine Joomla!-Installation lässt sich dank zahlreicher, häufig auch kostenloser Erweiterungen gut ausbauen. Benötigen Sie für Ihre Anwendung individuelle Funktionen, erstellt TUDOCK diese gerne für Sie als maßgeschneiderte Extension. Die Joomla!-Erweiterungen unterteilen sich in drei Kategorien und werden auf Ihrer Website über den Extension-Manager verwaltet:

  • Komponenten sind umfangreiche Erweiterungen, die oft ganze Funktionsbereiche der Website abdecken wie z. B. Foren, Blogs und Shops. Zum Basis-Paket gehören die Bannerverwaltung, Kontakte, Newsfeeds, die Auswertung des Suchverhaltens von Frontend-Nutzern sowie der Link-Manager.
  •  Module sind vornehmlich für die Darstellung von Funktionen im Frontend relevant. Zu Ihnen zählen u. a. Login-Formulare, (neueste/am meisten gelesene) Nachrichten, Umfragen, Krümelpfade, die Banner-Anzeige und die Volltextsuche.
  • Plugins agieren aufgabenorientiert und stellen eher kleine Erweiterungen dar. Bestandteil der Grundinstallation sind z. B. die Plugins für die Erzeugung von URL-Redirects, für die Konfiguration der Frontend-Suche, für die Login-Authentifizierung, ein Rating-System und verschiedene (Text-)Editoren.

Mehr Informationen über Joomla!, die zukünftige Entwicklung und aktuelle Software-Versionen finden Sie auf der offiziellen Joomla!-Homepage sowie unter www.joomla.de.

Joomla! vs. TYPO3

Sowohl Joomla! als auch TYPO3 fußen auf PHP und MySQL, beide sind nach den Prinzipien der objektorientierten Programmierung gestaltet. Die Joomla!-Entwickler verfolgen wie das TYPO3 Core Team einen längerfristigen Veröffentlichungsplan, der kleinere Updates und Long Term Support Releases umfasst. Beide Systeme haben eine große Anhängerzahl, wovon nicht zuletzt die zahlreich verfügbaren Extensions zeugen.

Unterschiede zwischen den CMS-Lösungen gibt es in der Backendstruktur und vor allem bei den Unternehmensfunktionen. Während TYPO3 schon lange als ausgewiesenes Enterprise Content Management System gilt, schließt Joomla! hier erst allmählich seine Lücken. Wichtiger Entwicklungsschritt für Joomla! war dabei die 1.6er-Version, die eine erste Annäherung an die minutiös einstellbaren Benutzerrechte unter TYPO3 bot. Wichtige Unterschiede sind u.a.:

  • Die virtuellen Testumgebungen: TYPO3 verfügt im Gegensatz zu Joomla! über mehrere Arbeitsumgebungen. Nutzer können die Draft Workspaces als Testumgebung nutzen und gewünschte Änderungen per Klick in die Live-Version übertragen. Der TYPO3-Frontend-Vorschaumodus steht sowohl für Workspaces als auch für die Live-Version zur Verfügung.
  • Die Arbeitsorganisation und –überwachung: Ausführliche Logfiles und die integrierte Versionierung halten im TYPO3-Backend sämtliche Änderungen fest. Berechtigte Nutzer können frühere Arbeitsstände auswählen und wiederherstellen. Im Task Center sind Workflows, Nachrichten und persönliche ToDo-Listen ersichtlich. Für die Arbeit mit diesen Funktionen sind allerdings gute Anwenderkenntnisse erforderlich.
  • Hierarchischer Seitenbaum vs. aufgabenorientierte Module im Backend: Während TYPO3 zur Websiteverwaltung auf eine Modulleiste in Kombination mit der hierarchischen Ansicht des Seitenbaums setzt, ordnet Joomla! seine 'Werkzeuge' eher aufgabenorientiert im Web 2.0-Design an. Wer welches System bevorzugt, ist letztendlich Geschmackssache. Bei kleineren Internetauftritten wirkt das schnell zu installierende Joomla! auf unerfahrene Nutzer oft übersichtlicher und in der Benutzerführung intuitiver. Pluspunkt unter TYPO3 sind dafür die vielen kontextsensitiven Hilfefunktionen. Und das Frontend-Editing bekommt unter TYPO3 Phoenix einen ganz neuen Stellenwert...

Mit der Einführung des Extbase-Frameworks und der Template-Engine Fluid unter TYPO3 4.3 hat sich die Updatefähigkeit von TYPO3-Extensions deutlich verbessert, indem nun verstärkt die Konzepte der objektorientierten Programmierung auch für Erweiterungen beachtet werden. Die Möglichkeit, Extensions auch nach Systemaktualisierungen problemlos weiterverwenden zu können, ist gerade dann wichtig, wenn oft benötigte Funktionen nicht im Basispaket verankert sind. Der eher funktionsschwache Programmkern ist daher eine Kritik, die Joomla! in der Vergangenheit häufiger traf. Zudem unsauber programmierte Erweiterungen auch Sicherheitsrisiken bergen können.

Unsere CMS-Empfehlung

TYPO3 und Joomla! sind solide und äußerst beliebte Open Source Produkte, die von einer großen Entwicklergemeinde gestützt und vorangetrieben werden. Diese erkennt und beseitigt etwaige Fehler und Sicherheitslücken, wie sie bei fast allen Software-Produkten auftauchen, sehr schnell. Da TUDOCK sich auf die Erstellung komplexer Internetanwendungen spezialisiert hat, bevorzugen wir für unsere Arbeit TYPO3. TYPO3 ist unserer Ansicht nach für Aufgaben im Unternehmenskontext deutlich besser ausgelegt als Joomla!. Über die Leistungsunterschiede der beiden Open Source Content Management Systeme beraten wir Sie jedoch gern. Wir empfehlen nur Produkte, von denen wir in punkto Leistungsfähigkeit und Sicherheit überzeugt sind. Die von uns entwickelten Anwendungen unterliegen strengen Programmierrichtlinien.